Kein Termin bei einem Facharzt

Heute Nachmittag war ich mal wieder bei meinem Hausarzt einmal weil ich neue Rezepte benötigte zum anderen ist mein Blutdruck viel zu hoch, er hat mir meinen Blutdruck gemessen war mit 160/90 relativ gut. Nun habe ich eine Überweisung zum Internisten bekommen. Mal sehen ob ich beim Internisten einen Termin bekomme und zwar nicht erst in sechs Monaten. Der Versuch einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen scheiterte schon wegen den langen Wartezeiten. Klar ich bin nur Kassenpatient daran scheiterte es bisher auch einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen bei drei verschiedenen habe ich angerufen. Warum ist es so schwierig bei einem Facharzt einen Termin bekommen? Würde ich auf dem Land leben könnte ich das ja noch verstehen, aber in einer Großstadt ist mir dies unverständlich. Aber Deutschland hat doch keine Zweiklassenmedizin oder? Wir haben in Deutschland einen sehr hohen medizinischen Standard doch was nützt er wenn die ärztlichen Behandlungen zu teuer sind.

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3 Kommentare zu “Kein Termin bei einem Facharzt

  1. Es liegt sicherlich nicht daran, dass die ärztlichen Behandlungen zu teuer sind, sondern daran, dass die Ärzte von den gesetzlichen Kassen nur noch Pauschalbeträge für das ganze Quartal pro Patient erhalten, egal wie oft ein Patient dann zu Ihnen kommt.
    Ist dann das Budget ausgeschöpft, bekommt der Arzt keine Vergütung mehr von den Kassen und soll dann kostenlos arbeiten.
    Ich möchte auch nur einen einzigen aus dem Pool derjenigen, die sich darüber beschweren, sehen, der für nix einen halben Monat oder mehr arbeitet!

    Das bringt dann die Ärzteschaft dazu, mehr Privatpatienten anzunehmen oder sogar nur noch Privatpatienten zu behandeln, um die Lücke zu schließen.

    Das gesamte Gesundheitssystem in Deutschland ist auf dieser 2 Klassenmedizin aufgebaut und betrifft leider auch alle übrigen im Gesundheitssystem arbeitenden Branchen, wie z.B. Physiotherapeuten, Massagepraxen, Orthopädieschuhtechniker, Sanitätshäuser etc. etc.

    Alle Branchen gehen verstärkt in Richtung Privatpatient, da dies die Lücken im Umsatz schließen muss.
    Dabei kann nur die politische Seite an dieser Situation dauerhaft etwas ändern.

    Die bisherigen halbherzigen Gesundheitsreformen haben die Situation nicht einfacher, sondern nur noch komplizierter gemacht, da nun noch mehr Arbeit als nötig auf die einzelnen Gesundheitsgewerke zukommt, die von den Kassen zwar gefordert, nicht aber vergütet wird.

    Ein kleines Beispiel aus meiner Branche:

    Ein Patient benötigt ein Hilfsmittel welches mit brutto 17,50 € incl. 7% MwSt = 1,23 € = netto 16,28 €, von der gesetzl. Kasse vergütet wird.

    Wir müssen dafür den Kunden beraten, das Rezept entgegennehmen, den Patienten datentechnisch erfassen, das Rezept erfassen, das Rezept dokumentieren, das Kundengespräch dokumentieren, das Rezept auftragstechnisch erfassen, das Rezept ggf. vom Arzt ändern lassen, das Produkt lagermässig vorhalten, das Rezept mit der Kasse abrechnen, den gesetzlichen Eigenanteil in Rechnung stellen, den Eigenanteoil vom Kunden kassieren, den Vorgang buchhaltungstechnisch erfassen, und den Vorgang für die Kassenabrechnung dokumentieren und ggf. der Kasse noch eine Stellungnahme abgeben.

    Nach diesem Dokumentationsmarathon kommt dann das Wesentliche.

    Das Produkt kostet im Einkauf stolze 8,50 € netto plus 19 % MwSt 1,62 € plus Porto 4,90 €.
    (Ist das Produkt nicht am Lager, was meistens der Fall ist in der heutigen Zeit, da die Produkte ja mittlerweile, seitens der Kassen, mit einem Verfallsdatum behaftet sein müssen. Also wird fast nur noch just in Time geordert.)

    Das macht eine Gesamtsumme brutto im Einkauf von 15,02 € oder netto 13,40 €

    Dagegen steht der Kassen Vergütungsbetrag netto von 16,28 €
    Macht einen Rohgewinn von sage und schreibe 2,88 €.

    Nun der Dinge nicht genug, müssen von diesen 2,88 € die oben aufgeführten Dokumentationen, die Miete, die Löhne, die Stromrechnung, die Versicherungen, die Sozialabgaben, die Hygiene, die Putzfrau und und und abgeführt werden.
    Bei dieser Rechnung, das wird jeder sofort feststellen, kommt am Schluss ein Minusbetrag heraus.

    Nun stellt sich die Frage:
    Was tun, um diese Kunden weiterhin auch noch versorgen zu können, ohne den Betrieb in die Pleite zu führen?

    Antwort:

    Die Privatpatienten müssen die entstandene Lücke schließen!

    Was sonst!

    Oder die gesetzliche K-Kasse muss das Produkt angemessen vergüten!
    Dann bekommen Sie aber eher einen Elefanten durch ein Nadelöhr!

    Oder der Kassenpatient muss einen wirtschaftlichen Aufpreis auf das Produkt leisten, was von den gesetzlichen Kassen grundsätzlich nicht nur geduldet sondern empfohlen wird.
    Leider erhält der Kassenpatient seitens seiner Krankenkasse bei Rückfrage, ob er diesen wirtschaftlichen Aufpreis zahlen muss meistens die Antwort:
    Nein das müssen Sie nicht!

    Nein, natürlich nicht, denn Sie können ja als Kassenpatient auf das Produkt verzichten und die Kasse spart wiederum Geld ein.

    Der Unternehmer (Arzt, Orthopädie Techniker, Sanitätshaus …), dem der Auftrag entgeht nimmt dafür nur einen neuen Privatpatienten an, was wiederum zu der Frage führt:

    Warum bekommen Privatpatienten schneller einen Termin?

    Noch Fragen?

    Also liebe Patienten, stellt Euch darauf ein!
    Es wird nicht besser, sondern noch schlimmer!

    Ortho-Udo

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  2. Wir haben in Deutschland leider eine 2-klassenmedizin. Das ist leider so. Ärzte, speziell Fachärzte verdienen sich an Privatpat. eine goldene Nase. Es gab letztens im ZDF darüber eine Reportage. Dabei kam heraus, das Privatpat. viel früher einen Termin bei einem Facharzt bekamen. Es gab auch einen Orthopäden, der nur Privatpat. nahm und die Arzthelferin am Telefon auch fragte, ob man denn wüsste, das man nur Privatpat. nehmen würde.. usw.

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