Die Flucht

Es geschah Ende der sechziger Jahre, zwei Mädchen im Alter von 14 Jahren lebten in einem Kinderheim. Wir nennen die beiden Monika und Susi, die seit Jahren nur das Kinderheim als ihr Zuhause haben. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf drei Zimmern das ist der Gemeinschaftsraum, dass Klassenzimmer und der große Schlafsaal. Neben dem Schlafsaal ist gleich ein großer Waschraum, in dem sich viele Waschbecken aneinander reihen. Das Badezimmer befindet sich im Keller, ebenso sind die Badewannen wie die Waschbecken aneinander gereiht. Das Klassenzimmer liegt im gleichen Flur wie der Gemeinschaftsraum, also ein kurzer Weg zum Schulunterricht. Vor dem Haus gibt es einen kleinen Spielplatz mit einer alten Schaukel.
Monika und Susi halten sich gerade auf dem Spielplatz auf, beide fühlen sich im Kinderheim nicht wohl. Monika hat die Idee einfach vom ungeliebten Kinderheim weg zu laufen. Beide überlegen wie sie das am besten anstellen und so beschließen beide am nächsten Tag ihren Plan in die Tat umzusetzen. Am Abend sitzen alle Mädchen im Gemeinschaftsraum und hören noch Musik, um 22:00 Uhr müssen alle im Bett sein. In dem großen Schlafsaal sind 20 Betten untergebracht und es wird noch lange keine Ruhe sein.
Am nächsten Tag ist es dann soweit Monika und Susi sind auf dem kleinen Spielplatz, beide gehen unauffällig zur Straße die zum Dorf führt immer weiter entfernen sie sich vom Kinderheim.
Niemand hat die beiden gesehen bei ihrer Flucht. Schon bald haben sie das Dorf hinter sich gelassen. Monika und Susi wissen bald nicht mehr wo sie sich befinden, inzwischen ist es dunkel geworden. Weit nach Mitternacht laufen beide ohne Orientierung durch die Nacht, beide sind nur leicht bekleidet und es wird sehr kalt. Inzwischen laufen beide die Hauptstraße eines ihnen unbekannten Ortes entlang, Monika sieht auf der linken Straßenseite ein Haus. In einem der Fenster brennt noch Licht so erkennt Monika eine junge Frau im Zimmer, das Zimmer ist gemütlich eingerichtet.
In Monika wird der Wunsch nach einer Familie und einem eigenen Zimmer wach, noch nie hatte sie eine richtige Familie und ein eigenes Zimmer nur für sich alleine auch nicht. Monika beneidet die junge Frau sehr um ihre Familie und ihr eigenes Zimmer. Während sie mit Susi ganz alleine durch die dunkle Nacht umher laufen. Sie laufen weiter durch die Nacht ohne zu wissen was eigentlich ihr Ziel ist. Gegen Morgen werden sie von einem Autofahrer angesprochen, wo sie denn herkommen und wo sie denn hin möchten. Der Autofahrer nimmt beide mit und bringt sie wieder ins Kinderheim zurück.
Für Monika geht der Wunsch nach einem eigenen Zimmer noch viele Jahre nicht in Erfüllung. Doch heute über 30 Jahre später erinnert sich Monika noch an das Fenster mit der jungen Frau.

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6 Kommentare zu “Die Flucht

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