Maria

Ich möchte hier eine an Demenz erkrankte Frau mit dem Verlauf einer Demenz vorstellen, wir geben ihr den Namen Maria. Maria, kam vor einigen Jahren zu uns auf die Station sie war, noch relativ fit konnte laufen, Essen, Trinken und sich uns mitteilen. Sie hatte Wortfindungsstörungen, die sie auf ihre Art gekonnt überspielte, sie benutzte einfach andere Wörter, wenn ihr ein Wort nicht mehr eingefallen war. Sie hat sich am Anfang einfach überall, wo, sie gerade war, auf den Fußboden gelegt ein paar Mal wäre ich beinahe über sie geflogen, weil ich sie nicht gesehen hatte. Doch Maria stürzte und hat sich ein Bein gebrochen danach konnte sie nicht mehr laufen und war auf dem Rollstuhl angewiesen. Die Demenz verstärkte sich immer mehr, so das sie eines Tages nicht mehr alleine Essen und Trinken konnte es musste, ihr eingegeben werden. Die Harn-und Stuhlinkontinenz verstärkte sich sie benötigte, nun Inkontinenzmaterial, das heißt, sie musste Windeln tragen. Das Sprachvermögen reduziert sich auf ein paar Wörter, die ihr noch einfielen. Irgendwann kam der Zeitpunkt, dass Maria nicht mehr essen konnte oder wollte, der Betreuer ließ ihr eine Peg legen.  Was ist eine Peg? Ein Schlauchsystem über, den Nahrung und Flüssigkeit  in den Magen gepumpt wird einfach ausgedrückt. Ihre Beweglichkeit auch im Sitzen hatte sie verloren so das sie nun im Bett gelagert werden muss. Die einzige Kommunikation die jetzt noch möglich ist besteht, aus undefinierten Lauten die Maria von sich gibt. Meistens schläft sie, egal ob sie im Rollstuhl sitzt oder im Bett liegt. Sie wird mobilisiert, bekommt ihre Nahrung und Flüssigkeit zu bestimmten Zeiten, sie wird gewickelt und zu Bett gebracht, doch, was in ihr vorgeht, bleibt uns großteils verborgen.

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8 Kommentare zu “Maria

  1. Es weckt so Erinnerungen – und vor diesem allerletzten Stadium ist meine Mutter bewahrt worden. Sie hat fast bis zuletzt noch allein gegessen, getrunken und gesessen. Ein paar Schritte konnte sie wohl auch noch laufen – hat zumindest die Physiotherapeutin gesagt.

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      • Ich kann nur den Himmel oder alle Schutzmächte dieser Welt anflehen, mich davor zu bewahren – ich glaube, ich würde selbst schon vorher was dagegen tun, um nicht als hilflose Person zu enden – es sei denn, ich werde durch ein plötzliches Geschehen in diesen Zustand befördert – und dafür habe ich zwei große Blätter in meinem Schlafzhimmer liegen, dass man mich um Gottes Willen nicht an irgendwelche Apparaturen hängt.

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  2. Hallo Petea Ich kann Dich verstehen. Demenz ist sehr schlimm vor allem für die Angehörigen, der demente bekommt es ab einen gewissen Grad ja nicht mehr mit. Ich sage inmer ich möchte nie in so einen Zustand weiter Leben müssen.

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  3. Ich kann nicht sagen wie schrecklich ich das finde… DAS ist meine größte Angst irgendwann hilflos den „guten Mitmenschen“ ausgeliefert zu sein. Ich finde so etwas einfach menschenunwürdig.
    (das ist natürlich nur meine Meinung, und soll niemanden vor den Kopf stoßen oder sonstwie behelligen)
    LG, Petea

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    • Petra die jetzige Situation in den Pflegeheimen ist unwürdig es ginge auch anderst ein bisschen hat es sich verbessert durch Demenzhelfer die nur für Demente Bewohner da sind und sich mit ihnen beschäftigen. Denn für Altenpfleger die das auch gelernt haben ist leider keine Zeit dazu.

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